Neuerungen in der Version 2.6Copyright Ringholm GmbH © 2006,2008. All Rights Reserved. Zusammenfassung
Im April 2007 würde die neue Version 2.6 freigegeben. Neben neuen Ereignissen, Segmenten und Feldern sind sowohl
neue Szenarien in Form zweier neuer Kapitel (16 + 17) als auch internationale Belange berücksichtigt worden.
Die Unterschiede zwischen den Versionen 2.5 und 2.6 sind relativ klein. Wichtig sind
Außerdem fließen die Erfahrungen aus der Spezifikation der Version 3.0 in die 2.x-Versionen mit ein. Daher ist diese Version - mal wieder - die beste und vollständigste aus der 2.x-Serie. 1. EinleitungDie nachfolgende Grafik zeigt sehr deutlich, daß die Anzahl an allem erhöht worden ist. Der Standard nimmt weiter an Umfang zu. Dies sieht man sehr deutlich an der Anzahl der Ereignisse (>300) und der Anzahl der Datenelemente (>2000):
Umgekehrt kann man aus der Grafik aber auch ablesen, dass insgesamt eine Harmonisierung durchgeführt wurde. Obwohl es mehr Ereignisse gibt, ist doch die Zahl der Nachrichten nicht so stark gestiegen. Die direkt über Events definierten Nachrichten haben stark abgenommen.
2. DatentypenDie wohl markantesten Veränderungen im Kapitel der Datentypen ist die Abschaffung des Datentyps CE, der dann durch CNE und CWE ersetzt wird. Hier wird noch darüber diskutiert, welche Eigenschaften diese beiden Datentypen auszeichnen.
Darüber hinaus hat sich die Übertragung der Längeninformationen aus dem Kapitel 2A in die einzelnen Chapter durchgesetzt, d.h. die verschiedenen Anwendungsgebiete haben die vorgeschlagenen Längenangaben übernommen. Da es sich bei der Länge zwar offiziell um einen Maximalwert handelt, man aber individuell etwas anderes vereinbaren kann und in Deutschland dieser Wert nur als Empfehlung gehandhabt wird, dürfte sich diese Spalte in der Attributtabelle möglicherweise in der Version 2.7 erübrigen. Abschaffung des CE-DatentypsWie schon einleitend erwähnt wird ab v2.6 der Datentyp CE nicht mehr verwendet. Die einzelnen HL7 technischen Kommittees hatten darüber zu befinden, ob die bisherigen Felder nun den Datentyp CNE oder CWE bekommen! CNE vs. CWE?In den Grundzügen, d.h. in den ersten 6 Komponenten, sind die drei Datentypen CE, CNE und CWE identisch. Erst danach unterscheiden sie sich: CNE - Coded with no exceptionsDas wichtigste Unterscheidungsmerkmal auf Komponentenebene ist die Verpflichtung, die erste Komponente zu füllen:
Darüber hinaus gibt es noch in der textuellen Erläuterung einen "kleinen" Unterschied:
Definition: Specifies a coded element and its associated detail. The CNE data type is used when a required or mandatory coded field is needed. The specified HL7 table or imported or externally defined coding system must be used and may not be extended with local values. Text may not replace the code. A CNE field must have an HL7 defined or external table associated with it. A CNE field may be context sensitive such that a choice of explicit coding systems might be designated. This allows for realm and other types of specificity. Every effort will be made to enumerate the valid coding system(s) to be specified in the 3rd component, however, the standards body realizes that this is impossible to fully enumerate.
Der Datentyp CNE darf nur genutzt werden, wenn es sich nicht um eine "user-defined Table" handelt. Dabei kommt es darauf an, dass die Tabelle im voraus bekannt ist und nicht erweitert werden kann/darf! CWE - Coded with ExceptionsHier nun die Spezifikation für CWE:
Zeitpunkt: neuer Datentyp DTM als Ablösung von TSIn den bisherigen Versionen des Standards hat sich wohl niemand um die korrekte Handhabung des Datentyps "TS" bemüht. Genaugenommen besteht - oder bestand - dieser aus 2 Komponenten, wobei die 2. Komponente eine Angabe über die Genauigkeit machen sollte. Damit konnte die 1. Komponente mit "beliebig" vielen Ziffern gefüllt werden, denn in der zweiten Stand dann, wie viele davon gültig waren. Beispielsweise war der Zeitpunkt bis auf die Sekunde genau angegeben, jedoch sollte der Wert nur bis auf den Tag genau ausgewertet werden. Diese Vorgabe wurde in der Praxis jedoch nicht umgesetzt. Vielmehr wissen die meisten Hersteller nicht einmal um die Existenz dieser zweiten Komponente. Für die Erweiterung des Standards hat diese "unnütze" Komponente jedoch Probleme bereitet, da auf der zweiten Datentyp-Ebene TS nicht genutzt werden konnte, da es keinen "Sub-Sub-Komponententrenner" gibt. Der neue Datentype "DTM" ersetzt nun durchgängig den bisherigen "TS". Die Definition ist gleich geblieben, nur fehlt jetzt die 2. Komponente. ED-DatentypDieser Datentyp enthält folgende Komponenten:
Die zugeordneten Tabellen sind dabei neu organisiert worden: Imported Table 0834 - MIME TypesDiese Tabelle ist neu und lehnt sich im Wesentlichen an die aus dem WWW bekannten Kürzel an:
HL7 Table 0191 - Type of referenced dataDiese Tabelle wird nur noch wg. "Backward Compatibility" weitergeführt:
HL7 External Table 0291 - Subtype of referenced dataDiese Tabelle enthielt früher eine Reihe von Einträgen, von denen nur noch einer übrig geblieben ist:
3. UAC-SegmentIn der vorhergehenden Version des Standards wurde schon das SFT-Segment (Software) in alle Nachrichten eingebaut. In dieser Version ist es das UAC-Segment User Authentication Credential Segment), das Informationen über den Benutzer transportiert. In diesem Segment werden bspw. Kerberos-Tickets zur End-User-Identifikation in einem ED-Feld übertragen.
4. sich wiederholende ElementeBisher hat es bei sich wiederholenden Elementen (Segmente oder Felder) Schwierigkeiten gegeben, wie das in Update-Nachrichten zu interpretieren ist ? insbesondere wenn Teile einer Nachricht fehlen. Hier gibt es jetzt anhand von Beispielen Klarheit. 5. Conformance: NachrichtenprofileDie bisherigen Nachrichtenprofile werden um Informationen über das genutzte Vokabular erweitert. "Annotations" erlauben ebenfalls weitere Informationen in einem Nachrichtenprofil anzugeben. Außerdem können über einen Pattern-Matching-Mechanismus zu den einzelnen Elementen über die Object Constraint Language (OCL), reguläre Ausdrücke (RegEx) oder XPath-Angaben weitere Einschränkungen definiert werden. Über den gleichen Mechanismus können verschiedene Elemente auch in Beziehung zueinander gesetzt werden. 6. Patient AdministrationPA hat ebenfalls in allen Nachrichten ein neues Segment eingeführt.
Damit kann sowohl auf Personen/Patienten- als auch auf Fallebene Zugangs-/Auskunftsbeschränkunge definiert werden. 7. DRG-relevante InformationenIm Zuge der DRG-Abrechnung sollten für alle Informationen, die benötigt werden, Felder in den entsprechenden Segmenten bereitgestellt werden. Dazu sind die vorhandenen Segmente erweitert worden. Darüber hinaus ist noch ein Segment für die Stammdaten hinzugekommen. In den hier genannten Segmenten sind nur die neuen Felder aufgelistet. DRG-Segment
DG1-Segment
Das erste neue Feld "Parent Diagnosis" dient der Verlinkung auf die "übergeordnete" Diagnose. Hiermit kann die Kreuz-/Stern-Notation realisiert werden. Durch das neue REL-Segment ist dieses Feld aber schon überflüssig geworden. Die restlichen Feldern dienen den ermittelten diagnosebezogenen DRG-Werten. PR1-SegmentStatus
Diese beiden neuen Felder dienen ausschließlich den prozedurbezogenen DRG-Informationen. Master-FilesDie Stammdaten zu den DRGs werden mit dem neuen Ereignis M17 kommuniziert. DMI - DRG Master File InformationZu jedem DRG-Code gibt es ein paar Informationen, die statisch dazugehören und deshalb nicht in den normalen Nachrichten mit ausgetauscht werden. Diese Felder sind in diesem neuen Segment untergebracht.
8. "Mood-Code"
Ein ganz neues Konstrukt in der v2-Familie ist der Mood-Code.
Denjenigen, die sich mit V3 auskennen, ist dieser Wert ein Begriff:
Dieses Feld wird in den Segmenten OBX, RXO, PRB, GOL, PTH und PRD eingeführt. Auf den ersten Blick erscheint dieses Feld problematisch. Auf den zweiten Blick ist es das auch, da damit in bestehenden Nachrichten die Intention verändert werden kann, wenn man dieses Feld nicht korrekt auswertet. Deshalb darf dieses Feld nur in neuen Nachrichten verwendet werden. Der Grund, um dieses Feld überhaupt aufzunehmen, liegt in der Problematik von Einweisungen (REF-Messages). Hier müssen Informationen in unterschiedlicher Laune ("Mood") kommuniziert werden. Darunter ist bspw. die Unterscheidung zwischen einem Benachrichtigung, Versprechen und Absicht zu verstehen. 9. Order Entry/Result ReportingIm Laborbereich gibt es zwei neue Nachrichten:
Die Struktur dieser Nachrichten zielt auf den Einsatz im Veterinärmedizinbereich ab. Nicht unerwähnt bleiben soll die Übersichtstabelle zu den Order Control Codes, damit man relativ leicht ersehen kann, welcher Code in welcher Nachricht genutzt werden darf. 9. QueryEine kleinere aber längst überfällige Neuerung ist die Umbenennung der falsche Bezeichnung "Conformance Statement" in "Query Profile" um die richtige Intention wiederzugeben. Desweiteren werden eine Reihe von Nachrichten aus dem Standard entfernt:
10. ObservationsAuch im OBX-Segment wird ein Mood Code eingeführt. Allerdings darf dieses Feld aus Kompatibilitätsgründen in bereits genutzten Nachrichten nicht verwendet werden. In einigen Nachrichten wird das ROL-Segment eingeführt, um bei Befunden weitere Ärzte zuordnen zu können. Des weiteren gibt es eine neue Nachricht:
Diese Nachricht übermittelt die Befunde zu den neuen Aufträgen aus Kapitel 4. 11. Patient CareNeben der Einführung des "Mood Codes" in den Segmenten GOL, PTH und PRB ist das neue Segment REL für "Relationship" erwähnenswert. Dieses Segment erlaubt die Verlinkung zwischen Entitäten innerhalb und außerhalb der Nachricht. Bei Entitäten ist hier an Diagnosen, Prozeduren, und Befunden gedacht. Außerdem kann hier die Art der Beziehung direkt mit angegeben werden. Beispielsweise ist eine Diagnose durch einen entsprechenden Befund begründet oder eine Komplikation steht in einem direkten kausalen Zusammenhang mit einer Maßnahme. Allerdings wird dieses Segment noch in keiner Nachricht verwendet. Es wurde von den Australiern eingebracht, um für Überweisungsnachrichten die Menge an zu übermittelnden Daten zu reduzieren. 12. REL-SegmentEin Segment ganz anderer Art ist das neue REL-Segment. Es wird zwar noch in keiner Nachricht genutzt, wird aber schon von den Australiern genutzt, um die für Einweisungen notwendigen Daten zu reduzieren. Dieses Segment dient dazu, beliebige Segmente und externe Objekte miteinander in Beziehung zu setzen. Die nachfolgende Segmentbeschreibung ist die Mischung aus der aktuellen Beschreibung gemäß Kapitel 12 (Patient Care) und der aufgrund negativer Kommentare notwendiger Ballot Reconciliation:
Dieses Segment ist noch nicht endgültig. Vermutlich werden bereits festgelegte Attribute wieder aus dem Kapitel entfernt, um sich nicht zu weit festzulegen. Offen ist auch noch, ob tatsächlich jeweils zwei Source/Target-Informationen angegeben werden müssen, oder ob man das nicht auf die Object-ID reduzieren kann. Es würde reichen, wenn man die externen Objekte eindeutig identifizert und dann nur noch diese externen IDs kommuniziert. 13. Claims and ReimbursementDieses neue Kapitel 16 basiert zum großen Teil auf NeCST, dem "National eClaims Standard" aus Kanada. Das Ziel ist Rechnungsinformationen zu übertragen. (In den USA steht für die Rechnungsinformationen X.12 zur Verfügung.) Damit dieses Kapitel auch in anderen Ländern anwendbar ist, wurden die Nachrichten und Segmente um Anforderungen aus Deutschland, der Schweiz und Argentinien erweitert. Damit ist es bspw. geeignet, um die für §301 SGB V notwendigen Daten zu transportieren. Folgende Events werden neu definiert:
Zur Realisierung der o.g. Nachrichten sind eine Reihe von neuen Segmenten notwendig:
14. Materials ManagementDas neue Kapitel 17 beschäftigt sich mit der Handhabung von Material. Dazu gibt es zwei neue Domänen:
Inventory Item Master UpdatesNeue Segmente für "Inventory Item Master":
Placer Request:
Filler Request:
Sterilization and DecontaminationNeue Segmente für "Sterilization and Decontamination":
15. Ausblick auf 2.7Version 2.6 ist noch nicht endgültig verabschiedet, und trotzdem gibt es schon Vorschläge für 2.7. Abgesehen von der Tatsache, dass im Vorstand die Entscheidung für 2.7 bereits gefallen ist, kann als radikalste Änderung der Umgang mit den Längeninformationen erwartet werden. 16. Referenzen
[HL7] "HL7", 2007, http://www.hl7.org/, Version 2.6. Über Ringholm GmbHDie Ringholm GmbH basiert auf einem Zusammenschluß von europaweit anerkannten Experten auf dem Gebiet der Systemintegration von IT-Systemen im Gesundheitswesen. Ringholm bietet Schulungen, Projektbegleitung und Beratung im Bereich der Schnittstellenstandards und -technologien.Für mehr Informationen besuchen Sie http://www.ringholm.de oder rufen Sie uns an unter +49 700 RINGHOLM (+49 700 74644656). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||